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alte Turnhalle - neue Turnhalle
Die „alte“ Turnhalle
 
Am 8.September1912 geht ein großer Wunsch des Turnverein Sayn 1876 in Erfüllung. Die Turnhalle am Hellenpfad wird nach langen Mühen und Arbeiten eingeweiht. Und das viereinhalb Jahre nach den ersten Beratungen - im April 1908 - unter dem Vorsitz von Christian Löhr. Zwar trugen viele Stunden an Eigenleistung des Turnvereines und finanzielle Aufwendungen des Vorstandes und der Stadtverwaltung zum Erfolg bei, aber ohne eine große Spende der Fa. Krupp in Essen wäre der Bau nicht möglich gewesen. Am 26.Oktober 1911 wird zwischen der Gemeinde Sayn-Mülhofen und dem Turnverein ein Vertrag geschlossen, der die Nutzungsrechte und Unterhalt der Halle regelt. Am 9.Juli 1912 schließt der Verein mit der Fürstlichen General-Verwaltung Sayn einen Vertrag über die Pacht des neben der Turnhalle gelegenen Steinbruches über vorerst dreissig Jahre. Die Einebnung des Steinbruches erfolgt durch den Verein, hier gehen die Aktiven mit Schmalspurgleisen, Kippwagen, Hacken, Schaufeln und Brecheisen zu Werk, samstags werden sogar Nachtschichten eingelegt, beim Mondschein wird mit Fackelbeleuchtung gearbeitet. Wie alle weiteren Vereine wird der Turnverein - ohne das er es will - in der französischen Zone per Besatzungsdekret aufgelöst. Die Stadt geht 1946 einen Pachtvertrag mit Schumachermeister Breuer ein, der für zehn Jahre die Halle nutzen darf als Werkstatt und Wohnung. Der Sportverein Blau-Weiss Sayn, insbesondere seine Turnabteilung, als Rechtsnachfolger des Turnverein, nimmt am 06.Juli 1951 den Turnbetrieb wieder auf, hiervon gibt er schriftlich Mitteilung an den Bürgermeister und die Sportverband Rheinland. Behelfsquartiere - wie der Saalbau des Hotel Holler oder die Gießhalle der „Sayner Hütte“ dienen kurzfristig als Ausweichmöglichkeit, können aber keine dauerhafte Lösung sein. Als im Oktober 1952 die Gerüchte über einen anstehenden Verkauf der Turnhalle im Umlauf sind (Tagesordnungspunkt 9c bei einer Stadtratsitzung: „Verkauf der früheren Turnhalle an den derzeitigen Pächter zum Taxpreis“), setzt sich in Bevölkerung und Presse eine Protestwelle in Bewegung. Eine Liste mit über vierhundert Unterschriftenliste wird beigebracht. Der Tagesordnungspunkt wird abgesetzt. Am 27.Januar 1953 wird der Verkauf an den Pächter mit 19 Gegenstimmen bei sechs Enthaltungen abgelehnt.
 
 
Die „neue“ Turnhalle - „Grosses Werk gedeiht nur durch Einigkeit“
 

In einem Schreiben vom 27.Juli 1951 bestätigt Bürgermeister Bauer, „,,, dass der Turnverein und die gesamt Sayner Jugend ein berechtigtes Interesse an einer Turnhalle haben. Im Ausschuß (der Stadt Bendorf) wurde deshalb die Frage der Errichtung einer Turnhalle in einfachster Form in der Nähe des Saynbads aufgeworfen ...“ Am 6. Dezember 19wird dann die Turnhalle übergeben. Alle Abteilungen des Turnverein treten auf. In seiner Ansprache geht Bürgermeister Bauer auch auf die Schwierigkeiten bis zu diesem Tage ein, schliesslich übergibt er den Schlüssel der „neuen Turnhalle“. Johann Nett dankt im Namen des Turnverein Sayn, ebenso der erste Guavertreter Willi Kneipp. Er betont, dass der Sayner Verein zu den besten im Gau gehört. Am 22.Februar 1959 findet ein Werbeturnen statt in der Turnhalle, hier stellen sämtliche Abteilungen ihr Können unter Beweis. Die neue Turnhalle wird der Ort für die jährliche Nikolausfeier. Am 11.12. 1960 beispielsweise finden über hundert turnbegeisterte Kinder ihren Weg in die Halle, um gemeinsam zu feiern und Turnvorführungen zu präsentieren. Bei der Mitgliederversammlung am 6.Juli 1963 im „Gräflichen Weingarten“ wird der langjährige 1. Vorsitzende Johann Nett nach 38 Jahren im Amt zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Paul Thewald würdigte seiner Verdienste, zu denen auch die Erbauung der „neuen“ Turnhalle gehörten.

© Heimat-Archiv Sayn Peter Siebenmorgen

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